Gebaut

BMGZ Ackerstrasse, Zürich, 2015–2018

Situationsplan
Foto © Andrea Helbling
Foto © Andrea Helbling
Foto © Andrea Helbling
Foto © Andrea Helbling, Kunst am Bau © Susanne Hofer
Foto © Andrea Helbling
Foto © Andrea Helbling
2. Obergeschoss
Querschnitt
Schnitt Fenster
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  • Gebäudetyp

    Denkmalpflegerische Sanierung Berufsschule für Mode und Gestaltung

  • Bauherrschaft

    Hochbauamt Kanton Zürich

  • Baumanagement

    GMS Partner AG

  • Bausumme

    21 Mio

  • Auftragsart

    Planerwahlverfahren 2014, 1.Preis

Das Berufsschulhaus für Mode und Gestaltung wurde 1962/63 vom Architekten Werner Frey erstellt. Sowohl das Gebäude, als auch der Aussenraum sind im Inventar der Kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte.

Werner Frey gehört zusammen mit Jacques Schader, Franz Füeg und Jakob Zweifel zu den wichtigsten Vertretern der Schweizer Nachkriegsmoderne und galt als progressiver Protagonist dieser Zeit.

Die formale Regelstrenge in der Tradition der Vorkriegsmoderne wird zu Beginn der 60-er Jahre wieder aufgenommen und zum entscheidenden Gestaltungselement. Eine geometrisierte Schlichtheit vermittelt dem Gebäude eine immer noch eindrückliche Eleganz und Prägnanz. Die dazumal neuen, industriell gefertigten Materialien wie die Zementplatten als Fassadenverkleidungsmaterial und die innovativen flächigen, fassadenbündigen Schiebefenster aus geschweissten Aluminiumprofilen, verleihen dem Gebäude einen spezifischen, einmaligen Charakter. Diesen gilt nicht nur als Erscheinungsbild zu wahren, sondern auch in seiner Originalsubstanz.
Um die architektonischen Fassadenelemente in ihrer Originalsubstanz bewahren zu können, wird der Einbau einer innenliegenden, zweiten Klimahaut vorgesehen. 
Die äussere Fensterebene bleibt nach wie vor ein funktionaler Bestandteil der Fassadenkonstruktion und mit dem neuen, innenliegenden Schiebefenster wird  eine Doppelhautfassade, vergleichbar mit einem Kastenfenster, gebildet.
Auf Grund der neu geplanten und der vorhandenen Schiebefenstern in der inneren und der äusseren Haut, kann die Doppelhautfassade in Bezug auf die Wärmedämmung und Nutzung der solaren Energie dynamisch bewirtschaftet und genutzt werden. In der Heizperiode wird die Belüftung der Zwischenzone reduziert und nur erhöht, falls die Luftfeuchtigkeit ansteigt und ein Kondensatrisiko besteht. Das somit generierte warme Luftpolster erhöht die Effizienz der Klimahaut.
Das Haustechnikkonzept wird in direkter Abhängigkeit der entwickelten Fassadenkonstruktion vorgeschlagen. Da auf Grund des neu etablierten, innenliegenden Dämmperimeters die Heizleitungen ausserhalb dieser thermischen Hülle zu liegen kommen, ist ihre angestammte Lage nicht mehr möglich. Vielmehr wird in der zu erneuernden Kastenfront die Steigzone für ein Deckenheizsystem positioniert. Dieses vermag den Anforderungen an das Niedrigtemperatursystem optimal zu entsprechen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, im Sommer Spitzen zu brechen mit einer geringfügigen Kühlleistung.