In Planung

Lavaterstrasse, Zürich-Enge, 2018–2021

Foto © Zaborowsky Modellbau
Situationsplan
Visualisierung © nightnurse images
Visualisierung © nightnurse images
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  • Gebäudetyp

    Neubau Mehrfamilienhaus mit 11 Wohnungen

  • Bauherrschaft

    Messerli Stiftung Salwideli

  • Auftragsart

    Studienauftrag 2017, 1. Preis

Die Umgebung des Gebäudes wird geprägt von mehrheitlich historischen Wohnbauten aus dem 19. Jahrhundert und der von Gustav Gull erbauten, denkmalgeschützten Schulanlage Lavater. Insgesamt wirkt das Quartier sehr homogen und weist eine hohe Dichte auf. Die Gebäude sind jeweils allseitig orientiert und verfügen über eine gut ablesbare Sockelausbildung. Historische Bilder vom Bestand zeigen zusätzlich dessen differenzierte Ausrichtung auf den Strassenraum und eine Akzentuierung der Gebäudeecken, welche der prominenten Lage an der Kreuzung geschuldet ist.

Die Erschliessung des Gebäudes erfolgt über einen überhohen Porticus, dessen asymetrische Anordnung eine spannungsvolle Differenzierung der Fassade evoziert. Die Zufahrt zur Tiefgarage und zu den Veloabstellplätzen erfolgt über die Nordseite des Gebäudes, von wo aus auch das ostseitige Nachbargrundstück erschlossen wird. Auf der Südseite wird ein kleiner Garten angelegt, welcher der Erdgeschosswohnung als willkommener Aussenraum dient und den Hof insgesamt aufwertet.

Die das Quartier und insbesondere die nähere Umgebung der Lavaterstrasse prägenden Gestaltungsmerkmale, wie das differenziert formulierte Hochparterre- / Sockelgeschoss, eine sorgfältige Gliederung der Fassaden und feinfühlig ausgebildete Details bilden die Ausgangslage für den architektonischen Ausdruck des Gebäudes. Die horizontale Gliederung der Fassaden mit Betonbändern und die Auszeichnung des Sockels ebenso in Beton erfolgt in Analogie zu den ortstypischen Ausgestaltungen in Sandstein, jedoch mit einem klaren Bekenntnis zu einer zeitgemässen Formensprache. Auch die markant in Erscheinung tretenden Eckrisalite in Form von steinernen, betonierten Loggien verpflichten sich vorgefundenen Gestaltungselementen. Die verputzten Fassadenbereiche werden von den vertikal aufstrebenden Fensterbändern rhythmisiert.

Grundsätzlich bilden einfache, nachhaltige Grundmaterialien die Basis, um mit wenigen gestalterisch wirksamen Kompositionselementen eine gewisse Nobilitierung zu erreichen, so auch die expressiv in Erscheinung tretenden Eckpergolen, in Anlehnung an das historische Bild des Bestandesbaus.

Auch das Innere verpflichtet sich demselben Gestaltungsgedanken. Auf Grund der räumlichen Vielfalt und Reichhaltigkeit der Wohnungen, kann mit einfachen, rohen Materialien agiert werden: Betonböden mit eingelegten Anhydritintarsien, Zementspachtelwänden und rohe Betondecken verleihen den Wohnungen eine angemessene, zeitlose Eleganz und grosse Wohnlichkeit.