In Planung

Schulanlage Lavater, Zürich-Enge, 2018–2023

Situationsmodell
Visualisierung © nightnurse images
Bestand
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  • Gebäudetyp

    Gesamtinstandsetzung Schulhaus und Turnhalle

  • Bauherrschaft

    Amt für Hochbauten Stadt Zürich

  • Baumanagement

    Güntensberger Baumanagement

  • Auftragsart

    Planerwahlverfahren 2017, 1. Preis

Der Pausenplatz wird einerseits von den zwei Schulgebäuden und andererseits von der baumbestandenen Umfassungsmauer räumlich gefasst. Dreh- und Angelpunkt bildet der Eingangsbereich zum Schulhaus mit seiner ausgeprägten Arkade und dem akzentuierten Risaliten, dessen asymmetrische Anordnung und expressive Ausformulierung auf die gesamte Anlage ausstrahlt. Mit der Setzung eines Ensembles aus drei unterschiedlich hohen, Pausendächern diagonal gegenüber, werden die beschriebenen Qualitäten unterstützt, ohne mit den historischen Elementen in Konkurrenz zu treten. Die architektonische Gestaltung ist sowohl zurückhaltend als auch narrativ. Mit einer unaufgeregten Leichtigkeit werden Bilder von „Tragen und Schützen“, die sich auf Referenzen aus der Natur, aber auch aus der gebauten Architektur zurückführen lassen, evoziert.

Die heute das Innere prägenden Umbauarbeiten der 70er Jahre zeichnen sich nicht nur durch eine für den Späthistorismus und das Gebäude von Gustav Gull fremde architektonische Formensprache und Materialisierung aus, sondern rauben der Korridorsituation auch auf unverständliche Art und Weise die innenräumlichen Qualitäten: Die grosszügige seitliche Belichtung des Korridors ist durch den muralen Einbau eines zusätzlichen Unterrichtsraums von diesem abgetrennt und hat somit prekäre Belichtungsmomente zur Folge. Unser Vorschlag beabsichtigt daher, in erster Linie die damalige Raumkonzeption des Korridorbereichs wiederherzustellen, in dem die Öffnung zur Befensterung an der Fassade rekonstruiert wird. Gleichzeitig soll sich die ursprünglich formal stark ausgezeichnete Mittelzone mit der Erschliessung und den Sanitärkernen wieder in einer vom restlichen Erschliessungsbereich differenzierten Materialität und Formgebung abzeichnen. Ob dies in ihrer ursprünglichen Ausformulierung möglich sein wird, werden Sondagen zeigen müssen, ansonsten kann diese Stärkung auch mit neuzeitlichen Mitteln, z.B. glänzenden, keramischen Wandplatten, wie sie z.B. beim Brunnenelement vorhanden waren, erfolgen.

Um dennoch räumliche Trennungen zur Bildung von Gruppenräumen artikulieren zu können werden raumhohe strukturelle Verglasungen mit Holzrahmen eingesetzt, welche sich der originalen Raumkonzeption unterordnen. Die Unterteilungen können auf unterschiedliche Arten stattfinden: Es können kleinere, von den Zugangssituationen der Unterrichtszimmer unabhängige Gruppenräume abgetrennt werden oder, je nach pädagogischen Bedürfnissen, werden Clustereinheiten ausgezeichnet, welche übergeordnete Raumeinheiten zusammenfassen könnten. Diese Raumkonzeption stärkt wiederum die ursprünglich von Gustav Gull konzipierte Raumabfolge, welche von der klar formulierten Mittelzone ausgeht. Auf Grund der neuen Brandschutznormen ist dies problemlos möglich.